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Högenau und Högenau Kapelle

Am Nordostrand des Hagenauer Forstes stehen die zwei Höfe des Weilers Högenau: Dumsbauer und Hauserbauer.
1871 ließ der Hauserbau Johann Buchart (1825-1905) auf dem sogenannten Nußhügel die Kapelle Maria Namen errichten. Damit erfüllte er das Dankgelübde für die Genesung seiner schwerkranken Frau Viktoria. Buchart erwarb den Altar 1878 aus der Hohenwarter Klosterkirche. Damals ließ er auch das Maria-Hilf-Bild um sechzig Gulden in Pfaffenhofen malen. Stadtpfarrer Georg Ziegler weihte die Marienkapelle am 26. Mai 1878 ein. Alljährlich führen Bittgänge, unter anderem aus Mühlried, Edelshausen und Schrobenhausen, zum idyllisch gelegenen Heiligtum.

Besitzerin ist die Mühlrieder Mundartdichterin Zenta Bruckschlögl. Die Dumbsbauernfamilie Tyroller nimmt sich in dankenswerter Weise um Erhaltung, Pflege und Schmuck an.Zu Ihrer Kapelle in Högenau:Aus Michael Thalhofer, kgl. Geistl. Rat von Schrobenhausen: „Von Hohenwart in Oberbayern: dem Klosterberg und Markt“, Vorträge, gehalten im Historischen Verein, Schrobenhausen 1921S. 61: „In der Kapelle zu Högenau bei Schrobenhausen befindet sich ein Altar, der bei der Versteigerung der Kircheneinrichtung (Klosterkirche Hohenwart!!) unter Pfarrer Caudinus von dem Bauern Johann Buchart für die Högenau erworben wurde. Das Gemälde zeigt die hl. Gertrudis anbetend vor dem Allerheiligsten; Engel umschweben die Monstranz. St. Gertrudis opfert ein flammendes Herz und weist fürbittend auf die leidenden Seelen im Fegfeuer. Ein kleines Bild vom Überbau des Altares lässt im Hintergrund das Kloster Hohnwart sehen, vorne befinden sich die Heiligen Benedikt und Scholastika mit ihren Symbolen.“ Anmerkung von Sr. Michaela: Pfarrer Josef Anton Caudinus war von 1862 – 1879 Pfarrer in Hohenwart. Er war Restaurator der Kloster-Pfarrkirche: sie bekam wieder ihre romanischen Formen. Wahrscheinlich war dieser Altar für Pfr. Caudinus überflüssig oder aber der Altar war noch ein Reststück, das durch die Säkularisation noch nicht verschleudert war. Pf. Caudinus war mit Wegbereiter, dass Regens J. E. Wagner mit den Schwestern der Dillinger Franziskanerinnen im ehemaligen Benediktinerinnenkloster die Taubstummenanstalt Hohnwart eröffnen konnten. ·  Die Ordensfrau, die am Altarbild dargestellt ist, ist die hl. Gertrud, die Große, von Kloster Helfta: 1256 in Thüringen geboren; sie erhielt im Zisterzienser-Kloster zu Helfta als sehr begabtes Mädchen eine gute humanistische und theologische Ausbildung und wird selbst Zisterzienserin. Sie schreibt ihre inneren Erfahrungen in Büchern nieder. Besonders befasste sie sich mit der hl. Eucharistie, dem Leiden Christi, dem Kirchenjahr, der hl. Maria und mit dem Los der „Armen Seelen i Fegfeuer“ „Ihr Tag war ausgefüllt mit Arbeit in Küche, Keller und Garten des Klosters vom Morgen bis in die Nacht und dennoch fand sie Zeit, die hl. Schrift aus dem Lateinischen in die Sprache des Volkes zu übersetzen, damit jeder Pächter und Knecht das Wort des Herrn verstehen könnten.“ Sie stirbt 1302 in Kloster Helfta und gilt als eine der großen deutschen Frauen der Mystik. Heute wird das Kloster Helfta (nördlich von Halle) wieder aufgebaut durch Zisterienserinnen von Kloster Seligenthal-Landhut.