Viele einzelne Puzzleteile machen das große Ganze unserer Gemeinde aus“. Vor dem Auge des Betrachters tut sich ein Netzwerk auf – fein verästelt rund um das zentrale Kirchenschiff: Hier der von der Kirche getragene Kindergarten, da die Kirchenverwaltung. Daneben der Liturgiekreis mit seinen starken Armen: von den Ministranten, den Kommunionshelfern bis zu den Lektoren und diversen Vorbereitungsteams, die die Gottesdienste mittragen.
Zentraler Dreh- und Angelpunkt und Brücke zwischen Glaube und dem Leben der Menschen in ihrem Alltag bildet der Pfarrgemeinderat, in dem Vertreter all der aktiven Gruppen sitzen. Egal ob Frauenkreis, Ehe und Familie, Hospiz, Taufpastoral oder das Pfarrblatt-Team: für die Sprecher aus den 20 verschiedenen Gruppierungen stellen die gemeinsamen Sitzungen ein Forum des Informationsaustauschs dar. Mag sein, dass diese spezielle Struktur, das Geheimnis für das funktionierende und aktive Leben in und um die Gemeinde ist. Eigenverantwortliches und selbständiges Arbeiten gelten als Leitprinzip.
Jedenfalls war die Arbeit des Mühlrieder Pfarrgemeinderats über viele Jahre ein bestens funktionierendes Modellbeispiel in der ehemaligen Fachakademie für Gemeindepastoral in Neuburg, erinnert sich Pfarrer Robert Skrzypek. Seit dem Jahr 2001 ist er der fünfte Seelsorger in der jungen Kirchengemeinde, die erst 1973 die Einweihung ihrer Kirche feierte. Eigentlich war der aus Polen stammende Priester nur für ein Jahr als Aushilfe geplant. Doch dann sei Skrzypek, wie er sagt, hängen geblieben. „Es ist sehr schön hier zu arbeiten“.

„Miteinander - Füreinander“

Besonders stolz ist die Gemeinde auf ihr Vater-aktiv-Team, das sich vor mittlerweile 15 Jahren, aus einem Kreis engagierter junger Väter gebildet hat, die mit ihren Kindern gemeinsam etwas unternehmen wollten. Über die Jahre hat die Truppe große Events auf die Beine gestellt vom jährlichen Vater-Kind-Zeltlager vor den Sommerferien bis zu Radlausflügen mit der ganzen Familie. Auch vom Weihnachtsmarkt von Heilig-Geist sind die aktiven Väter nicht mehr wegzudenken. Manche nähmen sogar extra einen Tag Urlaub, um beim Aufbau der Budenstadt auf dem Kirchenvorplatz zu helfen. Es waren auch die zupackenden Papas, die erst vor drei Jahren dem adventlichen Großereignis ihr Markenzeichen beschied mit dem Bau eines Holzkarussells für Kinder in Form einer Weihnachtspyramide.
Generationsübergreifend von Mutter-Kind-Gruppe bis zur sogenannten „Rentnerband“, einer tatkräftigen und zupackenden Truppe rüstiger Rentner, die bei den Vorbereitungen der Gemeindeveranstaltungen gar nicht mehr wegzudenken sind. Dem Pulk von 25 fitten, geselligen Senioren wird von der Gemeindereferentin liebevoll das „besondere Flair“ attestiert.
Auch in Sachen Musik hat Heilig-Geist eine ganze Menge zu bieten: Vom klassischen Kirchenchor über Männerschola und Requiemchor bis zu den Jugend- und Junge-Erwachsenen-Chören mit dem Schwerpunkt Neue Geistliche Lieder. Beliebt sind die Heilig-Geist-Konzerte mit den eigenen Musikgruppen, bei denen dreimal im Jahr Menschen aus dem Schrobenhausener Land angelockt werden.
Doch nicht nur die großen Dinge zählen, auch die alte Frau, die den Gottesdienst besucht, wird gewürdigt. „Jeder ist wichtig, jeder hat seinen Platz!“. In Mühlried wird spürbar, dass Glauben und Leben sich verbinden, ganz nach dem gelebten Motto der Gemeinde „Miteinander – Füreinander“.

Gesellschaftlicher Wandel

„Wir sind nicht die Insel der Glückseligen!“. In Mühlried kämpfe man genauso wie viele Gemeinden in unserer Zeit. Auch wenn der Wille sich in der Gemeinde zu engagieren ungebrochen sei, die meisten müssten sich die Zeit förmlich aus den Rippen schneiden. Immer mehr Frauen sind berufstätig. Die Menschen seien durch Arbeit und Freizeitaktivitäten zunehmend eingespannter und verplanter. Warum das Gemeindeleben in Mühlried trotzdem ein so lebendiges und aktives ist, fragt man sich ob dieser gesellschaftskritischer Worte. Mühlried schafft es wohl, die Aufgaben auf viele Schultern zu verteilen, so dass es jedem möglich bleibt, seinen Beitrag zu leisten, damit die Kirche ein Treffpunkt für die Menschen ist und auch bleibt.
Man müsse sich dessen bewusst sein, dass Kirche heute ein Angebot unter vielen ist.

Die Jugendarbeit – eine der tragenden Säulen für die Zukunft der Gemeinde
„Die Kirche braucht Angebote für suchende junge Menschen – heute mehr denn je“, stößt Pfarrer Skrzypek ins gleiche Horn. Genau solche Angebot gibt es in seiner Heilig-Geist-Gemeinde: In der KjG Mühlried finden mehr als 100 junge Katholiken in 13 Gruppen ein breites Freizeitangebot im Zeichen des Kreuzes. Die Jugendarbeit der KjG hat einen guten Stand. Die jungen Gemeindemitglieder setzen sich voller Tatendrang ein – auch im Pfarrgemeinderat. Gerade die Gruppenleiter übernehmen Verantwortung, planen ihre Events selbständig, motivieren, führen und lernen fürs Leben. Angefangen von der wöchentlichen Gruppenstunde über die KjG Badefahrt bis zum Kinderfasching. Bei allen Unternehmungen und Aktionen gilt: „Die christliche Wertevermittlung hat einen hohen Stellenwert“, erklärt Veronika Sailer vom KjG-Leitungsteam. Toleranz, Akzeptanz von Individualität und gegenseitige Hilfsbereitschaft seien zentrale Punkt, die einfach gelebt würden. Die Erfahrung der jungen Frau: „Isoliert wirken religiöse Themen bei den Kids zu abstrakt.“ Es gebe sogar eine Aktion, bei der der Glaube, das Beten und das Kreuz in der Jugendarbeit regelrecht zelebriert würden. Nämlich das KjG Zeltlager: der Höhepunkt im KjG-Jahr zum Start der Sommerferien, auf den alle sehnsüchtig hin fiebern.