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Wenn wir über die Geschichte unserer St.-Ursula-Kirche berichten, müssen wir weit zurückblättern. Laut Chronik von Georg August Reischl steht nämlich fest, dass schon im 11.Jh. die Grafen von Hohenwart über Land, Leute und die Kirche von Mühlried die Schutzvogtei ausübten. Man darf also von einer 1000-jährigen Geschichte der alten Kirche sprechen. Freilich hat sich im Laufe der Jahrhunderte im Besitzrecht und der äußeren Gestaltung viel verändert. Urkundlich bekannt ist, dass vor ca. 200 Jahren eingrößerer Umbau bzw. eine Renovierung stattfand, bei der die Kirche die heutige äußere Form erhielt.Die Gemeinde Mühlried wuchs nach dem 2.Weltkrieg durch Zuzüge enorm und über­schritt 1971 die Einwohnerzahl von 3000. Durch diese Vergrößerung des Seelsorgebereiches der Stadtpfarrei St. Jakob in Schrobenhausen wurde es notwendig, in Mühlried einen eigenen irchensprengel zu bilden und ein eigenes Pfarrzentrum zu errichten.Im Dez. 1969 wurde die Filiale St. Ursula zur Kuratie erhoben. Als erster Kurat wurde der bisherige Kaplan von Schrobenhausen, Anton Keller, ernannt. Nachdem bereits im Jan. 1968 ein Kirchenbauverein gegründet worden war, erfolgte im Mai 1970 auf dem bereits 1965 von den Eheleuten Anna u. Xaver Haas gestifteten Bauland der erste Spatenstich, bei dem Kurat Keller gleich den Stiel abbrach! Ein aus finanziellen Gründen verhängter Baustopp zerstörte die Hoffnung, im Jahr 1972 die Kirchweihe feiern zu können. Mit eigenen Kräften und Mitteln wurde das Bauvorhaben weiter geführt. So wurden im „Baustoppjahr" freiwillige Arbeiten im Wert von ca. 70 000 DM geleistet. Dadurch wurde es doch möglich, an Ostern 1972 die Osternachtfeier mit Auferstehungsgottesdienst zu feiern.Erst am 23. September 1973 konnte dann H.H. Bischof Dr. Josef Stimpfle die „Heilig­Geist-Kirche" mit dem Pfarrzentrum einweihen. Obwohl im Stil der damaligen Zeit als nüchterner Betonbau ausgeführt, bietet die als „Zelt Gottes unter den Menschen" geschaffene Form in ihrem Innenraum den Besuchern beste Voraussetzungen, sich um den Altar zur Eucharistie und anderen liturgischen Feiern zu versammeln.Alte und neue Kunstwerke laden die Gläubigen zu Betrachtung und Meditation ein: Das farbige Glasfensterband, das links und rechts an der Ostgiebelwand entlang hochsteigt, verweist mit Bildern aus dem Ersten (Alten) Testament auf den Grund unse­res Glaubens, zeigt Ausschnitte aus der Schöpfungsgeschichte und im Zenit das Kreuz als Zeichen der Todesüberwindung und des Heiles.Neben dem Relief „Tod Mariens" (entstanden um 1500, vormals in der St.-Ursula­Kirche), einer großen Kreuzwegbildertafel, einer Marienstatue und der Figur des Auferstandenen (geschaffen von der Bildhauerin Christa Torge aus dem benachbarten Ried) versucht seit 1998 ein Bronzerelief des französischen Künstlers Dominique Dolle zum Thema „Das Wirken des HI. Geistes in der heutigen Zeit" die Gläubigen emotional anzusprechen. Für die Gefallenen und Verstorbenen der Pfarrei gestaltete der Bildhauer Karl-Heinz Torge 1976 unter dem Glockenträger eine eindrucksvolle Gedenkwand.„Unser Auftrag," so schrieben die Architekten Reinhard Brocket und Erich Müller, „endet mit der kirchlichen Weihe. Wir wissen, dass nur die Gemeinde unserer heute über­gebenen Arbeit Sinn geben kann und hoffen, dass es uns gelungen ist, die Vorausset­zungen dafür zu schaffen."Es braucht also Menschen, die aus dem Glauben an Jesus Christus ihr Leben so gestalten, dass sie auf andere einladend wirken am Pfarreileben teilzunehmen.Seine persönlichen Gaben und Fähigkeiten einzubringen, war unter allen Priestern, die bisher in Mühlried wirkten und wirken immer möglich.(1969 - 85 A. Keller, 1986 - 95 Ludwig Michale, 1995 - 98 Claus Pfuff, 1998 - 2001 Johann Kummer, seit 2001 Robert Skrzypek).
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