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23.05.2017
Märchenhafte Eindrücke gesammelt


Mühlried (hra) Gleich zwei europäische Hauptsstädte lagen auf der Route der Pilgerreise der Pfarreien Heilig Geist Mühlried und St. Mauritius Edelshausen in diesem Jahr. Insgesamt 41 Personen waren fünf Tage lang unterwegs und besuchten Budapest, Wien sowie die Wachau.
Eugen Wyrobek hatte - wie bereits in den Vorjahren - eine interessante Reise organisiert.

In der ungarischen Hauptstadt Budapest wurden bei einer Stadtrundfahrt die Matthiaskirche, die Fischerbastei und der Gellertberg besichtigt. Auf diesem Berg feierte die Reisegruppe in einer Felsenkirche, die noch bis 1993 von den Kommunisten zugemauert war, mit dem Mühlrieder Pfarrer Robert Skrzypek einen besonderen Gottesdienst. Am Abend bewunderte die Gruppe von einem Schiff auf der Donau aus die Sehenswürdigkeiten der Metropole. Weil Budapest zu den bestbeleuchteten Städten der Welt zählt, gewannen die Reisenden nach Sonnenuntergang märchenhafte Eindrücke vom Gellertberg, vom Parlament und anderen Denkmälern sowie Gebäuden.

Von Ungarn ging es weiter ins benachbarte Österreich. In der dortigen Hauptstadt Wien standen Besuche im Hundertwasserhaus, dem Belvedere, dem Stephansdom, dem Burgviertel und Schloss Schönbrunn auf dem Programm. Erfüllt mit diesen "sehr eindrucksvollen Erlebnissen", so Organisator Eugen Wyrobek, wurde die Reise an den letzten zwei Tagen in der wunderschönen Wachau fortgesetzt. Die Stationen hießen Dürnstein, Maria-Taferl-Kirche und Emmersdorf an der Donau,  wo in der Heilig-Nikolaus-Kirche die zweite heilige Messe der Pilgerreise gefeiert wurde. Auf der Heimreise machten die Pilger noch Halt im berühmten Stift Melk. Sehr zufrieden und vor allem wohlbehalten kehrte die Reisegruppe wieder nach Mühlried zurück.



11.05.2017

Ein Papst als Vorbild

Robert Skrzypek wollte schon als Kind Pfarrer werden. Der 50-Jährige wuchs in der Nähe von Krakau auf und war schon als Jugendlicher fasziniert von Karol Wojtyla, der als Papst Johannes Paul II. Weltgeschichte schreiben sollte.
Wenn man von der besonderen Bedeutung weiß, die Johannes Paul II. für Robert Skrzypeks Leben und Werdegang hatte und hat, dann kann man nur staunen, wenn man den Mühlrieder Pfarrer in seinem Büro im Pfarrzentrum Heilig Geist erzählen hört. Am Todestag dieses großen Papstes, am 2. April 2005, war er zusammen mit einer Besuchergruppe aus seiner Pfarrei in Rom auf dem Petersplatz, am Vortag hatte er gemeinsam mit anderen Geistlichen in der Peterskirche die Heilige Messe gefeiert. "Das war ein großes Erlebnis", erinnert er sich.

Der Pole auf dem Petrusstuhl wurde und wird von vielen Menschen verehrt, von seinen polnischen Landsleuten aber ganz besonders. "Er war für uns schon zu Lebzeiten ein Heiliger", erklärt Robert Skrzypek. Für ihn persönlich sei Johannes Paul II. ein großes Vorbild gewesen. Viele Male hat er ihn bereits zu seinen Zeiten als Bischof und später Kardinal von Krakau erlebt. An die erste persönliche Begegnung im Jahr 1997 bei einem eucharistischen Kongress in Breslau kann er sich noch genau erinnern. "Das war das schönste und größte Ereignis meines Lebens", versichert er.

Pfarrer Robert, wie er in seiner Pfarreiengemeinschaft genannt wird, ist in Bochnia bei Krakau aufgewachsen. Bis zum Abitur blieb er in der Stadt, die bekannt ist für ihre Salzbergwerke. Nach der Schule studierte er an der Päpstlich Theologischen Fakultät in Breslau katholische Theologie und wurde 1993 in Breslau zum Priester geweiht. "Ich wollte schon immer Pfarrer werden", erzählt er. Schon als kleiner Bub in der ersten Klasse durfte er mit besonderer Erlaubnis des örtlichen Priesters als Ministrant den Dienst am Altar mit verrichten. Seine Familie hat seine Berufung mit Stolz unterstützt. Sein früh verstorbener Vater hat seine Priesterweihe leider nicht mehr erlebt. Mit seiner Mutter und seinem Bruder steht er aber in regelmäßigem Kontakt. Bei seinem 50. Geburtstag, den er vor wenigen Wochen in Mühlried gefeiert hat (wir berichteten), waren beide mit dabei. Und auch Pfarrer Robert selbst fährt in regelmäßigen Abständen in die alte Heimat, meist zweimal im Jahr. Neun Stunden ist er im Schnitt unterwegs, um die 1000 Kilometer von Mühlried nach Bochnia zu bewältigen.

Nach seiner Priesterweihe war Pfarrer Robert drei Jahre Kaplan in Lodz, ehe er für drei Jahre zurück nach Breslau ging. "Ich war Betreuungsseelsorger in unserem Priesterseminar", berichtet er. Damals gab es in Polen noch sehr viele Jugendliche, die einen geistlichen Beruf ergreifen wollten. Das hat sich seither etwas geändert. "Es gibt immer noch viel Nachwuchs, aber nicht mehr so viel wie früher", weiß Pfarrer Robert. Doch einen Pfarrermangel wie in Deutschland gebe es nicht: "Wir haben immer noch viele Priester." Im Schnitt komme in Polen auf 1000 Katholiken ein Pfarrer.

Im Jahr 1999 kam Pfarrer Robert "durch Zufall" nach Deutschland, wie er erzählt. In der Katholischen Mission für Polen in Frankfurt gab es einen Krankheitsfall und Robert Skrzypek sprang ein. Damals hat er auch angefangen Deutsch zu lernen. "Ich habe vorher kein Wort gekonnt", erinnert er sich. Nach seiner Zeit in Frankfurt nahm er in Friedberg ein pastorales Zusatzstudium auf. Danach war er zehn Monate in St. Martin in Augsburg tätig, ehe er für ein Jahr zurück nach Frankfurt - diesmal als Kaplan - ging. Als die Pfarrerstelle in Mühlried ausgeschrieben war, bewarb er sich und wurde genommen. Seither betreut er die Katholiken in dem Schrobenhausener Stadtteil sowie, seit der Pfarreienreform, zusätzlich die katholischen Gläubigen in Edelshausen. "Ich fühle mich sehr wohl hier, aber ich weiß auch, dass meine Zeit hier langsam zu Ende geht", sagt er und fügt hinzu, dass er persönlich dies schade finde. Denn die Pfarreiengemeinschaft ist äußerst aktiv, nicht zuletzt dank Pfarrer Roberts verdienstvollen Wirkens. "Wir haben einen großen Schatz in der Pfarrei", betont er. "Das sind viele engagierte Menschen. Sie setzen sich in verschiedenen Gruppierungen ein und machen die Pfarrei lebendig." Insgesamt 40 Gruppierungen existieren in der Pfarreiengemeinschaft Mühlried und Edelshausen, darunter sind sechs verschiedene Musikgruppen. Auch die Jugendarbeit, die von 26 Gruppenleitern betreut wird, ist äußerst lebendig. Und auch um den Ministrantennachwuchs muss sich Pfarrer Robert keine Sorgen machen. Rund 40 Ministranten verrichten regelmäßig den Dienst am Altar.

Wer sich über die Pfarreiengemeinschaft Mühlried und Edelshausen genauer informieren möchte, kann übrigens einen Blick auf die Homepage (www.pfarrei-hlgeist.de) werfen, die von Pfarrer Robert selbst gestaltet wird. "Das ist mein Hobby", verrät er.

Von Eleonore Wöhrle



20.04.2017
Mühlried ist für mich eine echte zweite Heimat geworden

Mühlried (hra) Seinen 50. Geburtstag feierte gestern Pfarrer Robert Skrzypek (kleines Foto), der beliebte Priester von Mühlried und Edelshausen, in Mühlried mit zahlreichen Gästen. Darunter waren auch seine Mutter und sein Bruder. Skrzypek wurde am 2. April 1967 in Krakau (Polen) geboren. Nach dem Abitur 1986 in Bochnia trat er in den Claretiner-Orden ein und begann 1987 mit dem Studium an der Päpstlich-Theologischen-Fakultät in Breslau. Am 22. Mai 1993 weihte Kardinal Henryk Gulbinowicz Robert Skrzypek in Breslau zum Priester. Von 1994 bis 1996 arbeitete Skrzypek in der Pfarrei des "Unbefleckten Herzens Mariens" in Lodz. In den Jahren 1996 bis 1998 betreute er Jugendliche und war Berufungsseelsorger im Claretiner-Orden in Polen. 1998 kam Skrzypek dann nach Deutschland.

Zunächst arbeitete er in der polnischen Mission in Frankfurt am Main und besuchte einen Sprachkurs. Anschließend nahm Skrzypek 1999 und 2000 an einem Pastoralkurs am theologischen Institut der Pallotiner in Friedberg teil und arbeitete gleichzeitig in der Augsburger Pfarrei St. Martin. Ab September 2000 war Robert Skrzypek in der polnischen Mission in Frankfurt als Kaplan tätig. Seit Oktober 2001 ist Skrzypek Pfarrer von Mühlried und Edelshausen. Am 1. September 2012 verließ den Orden und wurde Diözesanpriester im Bistum Augsburg. Als sein Vorbild nennt Skrzypek immer wieder den verstorbenen polnischen Papst Johannes Paul II., den er auch persönlich traf.

Der 50. Geburtstag startete gestern um 10 Uhr mit einem großen Festgottesdienst in der voll besetzten Heilig-Geist-Kirche Mühlried. Mit dabei waren alle Ministranten aus Mühlried und Edelshausen sowie die Fahnenabordnungen der Freiwilligen Feuerwehren Mühlried und Edelshausen, des Schützenvereins 1961 Edelshausen sowie des Krieger- und Soldatenvereins Edelshausen. Für die musikalische Umrahmung sorgte ein großer Chor bestehend aus den Mühlrieder Gruppen Spirit und Friends sowie Cantores aus Edelshausen unter Leitung von Christina Hellmich. Sie sangen und spielten Lieblingslieder von Pfarrer Robert vom Weltjugendtag in Krakau. Konzelebrant Johann Menzinger dankte Pfarrer Robert für sein großes Engagement und nannte ihn "einen echten Fünfziger". "Für die zweite Halbzeit des Lebens" wünschte Menzinger alles Gute.

Robert Skrzypek zeigte sich sehr gerührt. "Mühlried ist für mich eine echte zweite Heimat geworden". Dabei sollte er ursprünglich lediglich ein Jahr bleiben. Die Kirchenpfleger Gabriele Siegert (Mühlried) und Hermann Krammer (Edelshausen) überreichten dem Jubilar einen bunten Blumenstrauß, der symbolisch für die vielen aktiven Gruppen in Mühlried und Edelshausen stand. Zudem wurde in der Kirche spontan ein Geburtstagsständchen angestimmt. Dann gratulierten die Gläubigen. Im Pfarrsaal gab es ein Weißwurstessen für alle. Dazu spielten auf ausdrücklichen Wunsch von Pfarrer Robert Skrzypek die Mini-Bläser aus Edelshausen unter Leitung von Christina Mauritz. Die beiden Pfarrgemeinderatsvorsitzenden Sigrid Distl (Mühlried) und Anita Seitz (Edelshausen) blickten auf humorvolle Art auf die bisherige Zeit von Pfarrer Skrzypek in beiden Pfarreien zurück.

Von Rainer Hora



05.04.2016

Ein neuer Chor für Heilig Geist

Mühlried (SZ) Ein besonderer Tag im Kirchenjahr ist in jeder Gemeinde die feierliche Erstkommunion. Heuer gibt es in der Pfarrei Heilig Geist Mühlried am 10. April um 10 Uhr dazu ein besonderes Schmankerl für die Ohren.


Der generationenübergreifende Projektchor fame stimmte sich bei der Generalprobe auf die Mühlrieder Erstkommunion ein. - Foto: Lämmle
Üblicherweise übernimmt der Kinderchor Minibeats die musikalische Gestaltung der Kommunionfeier. Nachdem aber in diesem Jahr die Hälfte des Chores selbst Erstkommunionkinder sind, war den Verantwortlichen bereits zum Schuljahresbeginn klar, dass eine angemessene, feierliche Gestaltung nicht sichergestellt werden kann. Im Pfarrblatt erging daher der Aufruf an alle Eltern, Geschwister, Verwandte und Freunde, die Lust am Singen haben, diesen Gottesdienst mitzugestalten.
Der Plan: ein Familiengottesdienst getragen von der ganzen Kirchenfamilie. Beim ersten Treffen im Herbst waren es 25 Sänger, Sängerinnen und Instrumentalisten, die diesen Plan unterstützen wollten. Probentermine wurden festgelegt und unter der Leitung von Christina Hellmich wurden Lieder einstudiert. "Ich hatte zwar auf Unterstützung vonseiten der Eltern gehofft, aber mit so einer gewaltigen Resonanz bei weitem nicht gerechnet", sagt die Mühlrieder Kirchenchorleiterin. Mittlerweile haben sich die Interessierten zu einem über 40-köpfigen Chor zusammengeschlossen, um den Gottesdienst musikalisch zu umrahmen.
Am vergangenen Samstag war es dann so weit: Der Familienprojektchor Erstkommunion, der auch schon den Namen fame trägt, was übersetzt Ruhm oder guter Ruf bedeutet, und die restlichen Minibeats hatten zusammen ihre erste gemeinsame Probe. Auf das Ergebnis sind alle stolz und die Chorleitung höchst zufrieden. So fiebern dieses Jahr nicht nur die Kommunionkinder, sondern auch der neu gegründete Familienchor dem kommenden Sonntag entgegen. Jetzt hoffen alle nur noch auf gutes Wetter, denn gute Stimmung und hervorragende Musik gibt es schon.



11.02.2016
Wer teilt, gewinnt

Unter dem Motto "Wer teilt, gewinnt" steht die diesjährige Kommunionvorbereitung in der Pfarreiengemeinschaft Heilig Geist Mühlried und St.

Mauritius Edelshausen.
Am Beispiel der Brotvermehrung aus dem Matthäusevangelium soll den Kindern bewusst werden, dass Teilen nicht nur Verlust bedeutet, sondern auch ein gutes Gefühl gibt und allen Freude schenkt. Die Erstkommunionkinder begaben sich mit ihren Taufkerzen auf eine Lichterprozession durch die Kirchen. Außerdem segnete Pfarrer Robert Skrzypek die Kommunionkerzen. In diesem Jahr sind in Mühlried 33 Mädchen und Buben und in Edelshausen drei Mädchen erstmals an den Tisch des Herrn geladen.
Nach den Gottesdiensten bestand für alle Gemeindemitglieder die Möglichkeit, die Bilder der Erstkommunikanten auf den Vorstellungstafeln zu betrachten. In einer Gruppenstunde hatten alle 36 Kinder mit dem Pfarrer, dem Vorbereitungsteam und den Gruppeneltern die Tafeln passend zum diesjährigen Motto gestaltet.
In den nächsten Wochen werden die Kinder in Kleingruppen von 14 Müttern und einem Vater weiter auf die Kommunion vorbereitet. So stehen gemeinsames Brotbacken, die Beschäftigung mit dem Thema Versöhnung und der Beichte und das Hinführen zum Geheimnis der Eucharistie auf dem Programm.


25.07.2013
Drei erlebnisreiche Tage


Vater-Kind-Zeltlager hat das Vater-aktiv-Team der Pfarrgemeinde Heilig Geist aufgerufen und weit über 140 Väter und Kinder verbrachten drei erlebnisreiche Tage in Sachenbach. Nächstes Jahr gibt es ein kleines Jubiläum zu feiern, wenn das 20. Zeltlager auf dem Programm steht.

Acht Väter zählen zum Stamm der Vater-aktiv-Teams der Pfarrei Mühlried. Sie haben auch diesmal alles bestens organisiert und vorbereitet. Die Wiese, der Strom und das Wasser werden seit Jahren von Michael Breitsameter, Besitzer des stattlichen Anwesens unterhalb des Lagers, kostenlos zu Verfügung gestellt.
Wer weiß, was sich im angrenzenden dunklen Wald so alles verbirgt, noch dazu in der Nacht? Räuber, Kobolde, Feen oder Zauberer, Löwen und Elefanten? Das festzustellen hatten die Kinder und Väter am ersten Tag bei einer Nacht-Fackel-Wanderung Gelegenheit, wobei aufgrund der anhaltenden Trockenheit auf brennende Fackeln verzichtet wurde.
Um 24 Uhr waren alle in ihren Zelten, um das Erlebte im Traum zu verarbeiten. Die Nacht war kurz, lockten doch die ersten Sonnenstrahlen und die ersten Abenteurer schon kurz vor 6 Uhr wieder aus dem Zelten. Gemeinsames Spielen mit den Vätern, Basteln, eine Zirkusvorstellung oder einfach nur das erste Mal mit dem eigenen Taschenmesser einen Ast zuspitzen, war angesagt. Als dann am Nachmittag auch noch eine Ortsfeuerwehr spontan ihre wöchentliche Übung ins Zeltlager verlegte und eine große Wasserrutsche aufbaute, gab es kein Halten mehr. Freudestrahlende Gesichter überall und das nicht nur bei den Kindern. Ein gemeinsamer Wortgottesdienst, vom Vater-aktiv-Team gestaltet, und das Abbauen der Zelte und Säubern des Wiesengrundstückes am Sonntag bildeten den Abschluss einer gelungenen Veranstaltung.



29.06.2014
Das Beste daraus gemacht

Mühlried (SZ) Das Mühlrieder Pfarrfest stand gestern nicht gerade unter einem guten Stern. Das schlechte Wetter und der Dauerregen zwangen die gut 200 ehrenamtlichen Helfer dazu, relativ spontan umzudisponieren. Das Organisationsteam um Christian Weber hatten bereits dra

Auch der Gottesdienst, der diesmal unter dem Thema „Baustelle“ stand, sollte eigentlich draußen stattfinden.
„Hinter dem Pfarrhaus wird momentan eine Kinderkrippe angebaut. Deswegen haben wir eine Baustelle genau vor Ort und haben uns deshalb für dieses Thema entschieden“, erklärte Weber. Eine Musikerin war auch schon engagiert, die die Leute unterhalten sollte. Da es im Pfarrzentrum selbst aber schon so laut war, habe man sich entschieden, den Musikteil kurzerhand ausfallen zu lassen.
Auch das große Kinderprogramm sollte größtenteils draußen stattfinden. Da dies aber aufgrund des Regens nicht möglich war, wurde der Pfarrsaal zum Kinderspielplatz umfunktioniert. Zu den Attraktionen gehörten unter anderem Kinderschminken, ein Losstand sowie das gemeinsame Basteln von Schlüsselanhängern oder Armbändern – „natürlich auch in den Deutschlandfarben“, erzählte eine Helferin.
Trotz des verhaltenen Wetters ließen es sich rund 500 Besucher, darunter viele Familien, nicht nehmen, nach Mühlried ins Pfarrzentrum zu kommen. „Es ist ein Fest von der Gemeinde für die Gemeinde“, sagte Weber, und genau deswegen werde es auch von Bewohnern aus dem Umkreis sehr geschätzt. Für eine familienfreundliche Atmosphäre sorgte auch das gemeinsame Weißwurstessen nach dem Gottesdienst, später gab es Kaffee und Kuchen. Um möglichst viele Besucher anzulocken, hatte sich das Organisationsteam überlegt, die Preise für beispielsweise Eis günstiger zu machen.
Nicht nur unter den Besuchern waren alle Altersklassen – vom Kleinkindern bis zum Rentner – vertreten. Auch unter den ehrenamtlichen Helfern waren Jugendliche und ältere Menschen. „Mein großer Dank geht vor allem an die Gruppe von 15 älteren Mithelfern, die bereits seit Donnerstag und Freitag hier im Pfarrhaus aufbauen. Da wir anderen berufstätig sind, ist das für uns schwieriger, unter der Woche zu helfen“, meinte Weber.
Viele besuchen das Pfarrfest bereits seit mehreren Jahren. „Es ist schade, dass heute so schlechtes Wetter ist, aber es ist trotzdem wie immer sehr schön“, meinte eine ältere Dame. Obwohl alles ganz anders gekommen war, als es geplant war, bewies das Organisationsteam viel Spontaneität und Kreativität und versuchte, es seinen Besuchern so schön wie möglich zu machen. Und das war, wie viele Besucher meinten, auch wieder einmal gelungen.



24.02.2014
Yoga-Weißbier, Männerballett und Ei-Pad

Über 200 Besucher amüsierten sich köstlich. In Nullkommanichts waren die Karten für den Pfarrfasching restlos ausverkauft. In Nullkommanichts war es den Mühlriedern am Samstag auch gelungen, Stimmung in die Bude zu zaubern. Etwa durch die unglaublich witzigen Auftritte von Veronika Sailer. Als „executive stone-on-stone-manager“, oder einfacher ausgedrückt: Als Maurer Schorsch war sie diesmal unterwegs. Und da sei ihr – auf dem Dixi-Klo, versteht sich – ein Lichtlein aufgegangen. Warum nämlich die Pfarrreise ausgerechnet in die Schweiz gehen soll – just in dem Jahr, wo man nebenan einen „Prunkbau à la Limburg hinstellt“. Ob man sich da eventuell eine geheime CD beschaffen will, auf der gelistet ist, wer seine Kirchensteuer nicht bezahlt hat?
Auch ihr „Yoga auf die bayerische Art“: ein Brüller. „Wir beugen uns nach unten, wir finden unsere Mitte“, denn schließlich müsse ja „alles zu seinem Ursprung zurück“ – und so wurde schnell eine Halbe Bier namens Franz, deren Ursprung nun mal das Weizenglas sei, eingeschenkt. Nutznießer des frisch eingeschenkten Yoga-Weißbiers war dann übrigens Pfarrer Robert Skrzypek.
„Vorhang frei, damit sich Eure Männer wieder blamieren können“, kündigte Veronika Sailer dann eine feste Größe im Mühlrieder Pfarrfasching an: das Männerballett. Den Männern scheint es doch immer wieder zu gelingen, mit einfachsten Mitteln eine große und vor allem urkomische Wirkung zu erzielen, denn das Publikum schmiss sich bei ihrem Auftritt vor Lachen weg.
Ebenso bei den Minis: Mit ihrer Mini-Schule lieferten die einen überaus witzigen und frechen Kirchensketch: „Was passiert, wenn einer eines der Zehn Gebote bricht“ – „Dann sind es nur noch neun“, scherzten die Kleinen trocken. Oder: „Womit wurde Adam bestraft, nachdem er vom verbotenen Apfel gegessen hat“ – „Mit einer Frau.“
Mit einem riesigen Repertoire an Faschingskrachern wie „In München steht a Hofbräuhaus“ oder „Die Goaß is weg“ läuteten DJ Rainer Brech und Robert Hellmich nach der Pause die zweite Halbzeit ein und das Publikum? Schunkelte fleißig mit. In Gestalt des Zauberers gelang es Robert Hellmich sogar, selbst Erwachsene mit seinen Zaubertricks zu verblüffen. Und Tobias Rechenauer und Lea Hellmich legten mit „Ich sing dich an die Wand“ von den Wise Guys ein in jeder Hinsicht überzeugendes Duett hin.
Aufgrund dringender Sparmaßnahmen habe die Kirchenverwaltung beschlossen, „pfarreieigene Hühner“ anzuschaffen, hieß es dann einleitend zum Sketch des Pfarrhofteams. Denn: Bis Palmsonntag müssen 600 Eier für den Osterhasen her. Mit „Ei-Pad“ bewaffnet machten sich die verrückten Hühner schließlich ans Planen, gepickt mit kleinen lustigen Seitenhieben rund ums Mühlrieder Geschehen, um irgendwann einig zu gackern: „Der Koppold Hermann, des wär' a Gockl für uns.“
Hermann Koppold war es schließlich auch, der zusammen mit Robert Hellmich das spritzige Programm auf die Beine gestellt hat, Orga-Team und KJG hatten die Bewirtung übernommen. Auch nicht fehlen durfte natürlich obligatorische Polonaise durch den Saal, die den Abschluss des zweistündigen Programms bildete.


18.02.2014

"Das ist schon ein bisschen wenig"
Anders als in der Schrobenhausener Stadtpfarrei gab es in der Heilig-Geist-Pfarrei in Mühlried nur eine Bestätigungswahl. Das bedeutet, dass nur so viele Kandidaten aufgestellt waren, wie der Pfarrgemeinderat umfasst: nämlich zwölf. Auch wenn es bei so einer Abstimmung keine echte Wahlmöglichkeit gibt, hat sie doch den Vorteil, dass „niemand später enttäuscht ist“, sagt Robert Skrzypek, Pfarrer von Mühlried und Edelshausen. Man habe diesmal gezielt passende Kandidaten für eine Kandidatur geworben und tatsächlich einige junge Männer dafür gewinnen können. „Wir haben einen ganz jungen Pfarrgemeinderat für die nächsten vier Jahre“, freut sich der Pfarrer über das Ergebnis. Dennoch lag die Wahlbeteiligung in der Heilig-Geist-Pfarrei bei nur 9,44 Prozent. „Das ist schon ein bisschen wenig“, sagt Skrzypek. Wenn man jedoch bedenke, dass es in Mühlried um die 500 regelmäßige Gottesdienstbesucher gebe, dann schaue die Sache schon anders aus, meint der Geistliche. Bezogen auf die Zahl derjenigen, die aktiv am Leben der Pfarrgemeinde teilnehmen, liege die Wahlbeteiligung bei rund 40 Prozent. „So gesehen war sie nicht schlecht“, argumentiert Skrzypek.



22.09.2013

Ein Festtag mit Weihbischof Florian Wörner

Mühlried (SZ) 40 Jahre Heilig-Geist-Kirche – das feierten die Mühlrieder Gemeindemitglieder am Sonntag ausgiebig. Nach dem Festgottesdienst trafen sich die Gläubigen zum Stehempfang. Viele nutzten am Nachmittag die Gelegenheit, sich bei einer Fotoschau zurückzuerinnern, wie alles begann.

Zu ihrem Jubeltag präsentierte sich die Mühlrieder Kirche prächtig: ein wunderschön mit Blumen geschmückter Altar; Fahnenabordnungen der Feuerwehr sowie der KJG; so viele Ministranten, dass gar nicht alle auf dem Altar Platz hatten, und neben Weihbischof Florian Wörner weitere drei Geistliche, die den Gottesdienst mit zelebrierten: Dekan Werner Dippel und mit ihm der Mann der ersten Stunde, Monsignore Anton Keller, sowie der aktuelle Hausherr der Mühlrieder Kirche, Pfarrer Robert Skrzypek.
Er sei zum Zeitpunkt der Kirchenweihe grade mal drei Jahre alt gewesen, erzählte Weihbischof Florian Wörner, viel habe er schon gehört, von dieser lebendigen Mühlrieder Gemeinde. Und weiter: „Danken wir für diesen lebendigen Tempel, den Gott mit seiner Gegenwart erfüllt“. Eine „schöne Fügung“ sei es, dass die Kirche ausgerechnet im Jahr des Glaubens ihr Jubiläum feiere. Wissen, was man glaubt; auskunftsfähig zu sein; eine herzliche Beziehung mit Jesus zu pflegen sowie das Heimatgefühl, das die Kirche den Gläubigen gebe, auch anderen zu vermitteln – das alles seien wichtige Punkte auf dem Weg der Neu-Evangelisierung, so Florian Wörner. Zuvor hatte Pfarrer Skrzypek an die Weihe der Kirche am 23. September 1973 durch Bischof Josef Stimpfle erinnert. Stunden der Freude, Stunden der Trauer habe es an diesem Ort mit besonderer Ausstrahlung gegeben. Wenn die Kirche mit Leben gefüllt sei, sei das immer auch ein Beitrag zur lebendigen Heilig-Geist-Gemeinde, so Skrzypek. Stimmungsvoll umrahmten der Kirchenchor unter der Leitung von Christina Hellmich sowie Organist Werner Zuber zusammen mit zwei Trompeterinnen den Gottesdienst.
„Kirchen waren immer Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens“, sagte der stellvertretende Landrat Alois Rauscher. Die Menschen hätten das Bedürfnis nach einem Ort, wo man Gott und den Menschen in Frieden begegnen kann. Bürgermeister Karlheinz Stephan zog weltliche Vergleiche: Genau zwischen den Olympischen Spielen 1972 in München und der Fußballweltmeisterschaft 1974 habe 1973 ein mit dem Sport vergleichbares epochales Ereignis in Mühlried stattgefunden. Auch Pfarrgemeinderatsvorsitzender Konrad Prinke zeigte sich dankbar dafür, wie sich die Pfarrei entwickeln konnte. Im Anschluss an den Gottesdienst bestand beim Stehempfang vor der Kirche noch ausgiebig Gelegenheit zum Plausch – auch mit den Geistlichen. Begeistert waren die KJG-Jugendlichen Sandra Jung, Matthias Maier und Maximilian Frank von Weihbischof Florian Wörner. Lange habe sich der Bischof mit ihnen unterhalten und dabei großes Interesse an ihrem Engagement in der Kirche gezeigt.
Nachmittags bestand dann die Möglichkeit, Anton Kellers Erinnerungen im Rahmen einer Kirchenführung zu lauschen. Schließlich war er es gewesen, der den Kirchenbau kräftig mit anschob und der seiner Hartnäckigkeit wegen damals von den Arbeitern sogar als „wilder Hund“ bezeichnet wurde – was den auf dem Mühlrieder Kirchenfenster abgebildeten Hund erklärt. Mit einer stimmungsvollen Vesper klang der Tag am späten Nachmittag aus.



19.09.2013
Musik in Heilig Geist


Es war ein besonderer Abend, der den begeisterten Besuchern noch lange in Erinnerung bleiben wird: Mit einem außergewöhnlichen Kulturabend bei idyllischem Kerzenlicht stimmten sich Mitglieder der Mühlrieder Heilig-Geist-Gemeinde auf das bevorstehende 40-jährige Jubiläum ihrer Kirche ein.

Abt Theodor Hausmann sprach dabei eindringlich zum Thema Christsein heute, über Benedikt von Nursia, auf den das benediktinische Mönchtum zurückgeht. Harmonisch gestalteten Jazzmusiker Stephan Holstein und Organist Werner Zuber den Abend musikalisch, indem sie an verschiedenen Instrumenten zu ausgesuchten Liedern aus den Gesängen der Heiligen Hildegard von Bingen improvisierten.
Am heutigen Freitag, 20. September, gehen die Feierlichkeiten um 19 Uhr mit einem Bußgottesdienst, der musikalisch von der Gruppe spirit gestaltet wird und anschließendem meditativen Tanz weiter. Für die Teilnahme am Tanz wird um Anmeldung im Pfarrbüro gebeten.
Am Samstag, 21. September, ist für 19 Uhr ein Festkonzert der Chöre Believe und Cantores, Edelshausen-friends und spirit aus Mühlried geplant.
Am Sonntag feiert die Gemeinde schließlich das 40. Jubiläum ihrer Kirche. Weihbischof Florian Wörner wird um 10 Uhr den Festgottesdienst zelebrieren, danach gibt es einen Stehempfang vor der Kirche. Ab 14.30 Uhr besteht die Möglichkeit, bei Kaffee und Kuchen im Pfarrsaal 40 Jahre Pfarrei Heilig-Geist-Mühlried bei einer Bilderschau Revue passieren zu lassen. Ein weiterer Höhepunkt steht um 15.30 Uhr auf dem Programm: Pfarrer Anton Keller wird durch die Kirche führen. Um 16.30 Uhr findet eine von der Schola musikalisch gestaltete Vesper statt. Erstmalig kann am Sonntag der neue Heilig-Geist-Kirchenführer zum Selbstkostenpreis von fünf Euro erworben werden.


18.09.2013

Ein Büchlein über die Kirche


Warum hat Mühlried keinen Kirchturm? Was befindet sich im Altar der Heilig-Geist-Kirche? Und weshalb wurde sie überhaupt gebaut? Fragen wie diese, beantwortet jetzt ein Kirchenführer.

Entworfen hat den Kirchenführer die frühere Gemeindereferentin Rita Sieber zusammen mit Patrick Mayr und Konrad Prinke vom Mühlrieder Pfarrgemeinderat. Detailliert wird darin die Ausstattung der Kirche erklärt und beispielsweise auch vom Engagement erzählt, das die Mühlrieder damals beim Kirchenbau an den Tag legten.
Viele Bilder dokumentieren das bunte Gemeindeleben, das sich hier in den vergangenen 40 Jahren entwickelt hat. Doch der Kirchenführer bietet noch viel mehr als Informationen. Meditative und theologische Texte machen ihn zu einer vielseitigen Lektüre mit Tiefgang.
Selbst die Menschen, die mit modernen Kirchen nicht viel anfangen können, regt das Büchlein dazu an, das Mühlrieder Gotteshaus aus einem ganz neuen Blickwinkel wahrzunehmen. Für Fremde wirke die Kirche manchmal wie eine Bausünde aus den 70er Jahren, sagt Rita Sieber, „aber es ist einfach unsere Kirche, die unser Leben mitprägt und deshalb für uns eine ganz besondere Bedeutung hat“. Durch ihre Nüchternheit sei die Kirche darüber hinaus hervorragend für die verschiedenen Gestaltungen im Jahreszyklus geeignet, ergänzt Konrad Prinke.
Entstanden ist die Idee, einen Kirchenführer zu entwerfen, als Rita Sieber für eine Führung durch die Kirche Material fehlte. Schließlich setzte sie sich mit Pfarrer Anton Keller zusammen und schrieb seine Erinnerungen nieder. Als früherer Kaplan von Schrobenhausen und später dann erster Kurat Mühlrieds hat er den Bau immerhin von Anfang an begleitet.
Ab 22. September, dem Festtag anlässlich des 40-jährigen Jubiläums der Mühlrieder Kirche, kann der Kirchenführer zum Selbstkostenpreis von fünf Euro erworben werden. An dem Tag gibt es übrigens um 15.30 Uhr die womöglich einmalige Gelegenheit, an einer von Pfarrer Anton Keller geleiteten Führung durch die Kirche teilzunehmen. Eventuell lässt er sich dann auch dazu überreden, die Anekdote zu erzählen, wie der Hund auf’s Kirchenfenster kam. Mit der Bibelstelle der darüber liegenden Abbildung von Abraham und Melchisedech hat der nämlich nichts zu tun.



03.12.2012

Heißer Glühwein und eiskalte Skulpturen

Mühlried (SZ) Zum 40. Mal fand heuer der Weihnachtsmarkt in Mühlried statt. Beim Jubiläumsmarkt war einiges geboten und vor allem die Kinder hatten ihren Spaß an den zahlreichen Atraktionen.
Wer am Sonntag in weihnachtlicher Stimmung ein wenig bummeln wollte, war am Mühlrieder Weihnachtsmarkt genau richtig. Eröffnet wurde er mit adventlichen Melodien der Bläsergruppe und einem feierlichen Dankgottesdienst, der von den früheren Kenia-Missionaren Xaver und Richard Tyroller gehalten wurde. Sie erzählten in ihrer Predigt vom afrikanischen Volk der Gabra und wie sie ihren Glauben leben. In seiner Ansprache bedankte sich Pfarrgemeinderatsvorsitzender Konrad Prinke bei den zahlreichen ehrenamtlichen Helfern und natürlich auch bei den Besuchern. Auch die Pfarrer Robert Skrzypek und Anton Keller waren dabei und zelebrierten den nachmittäglichen Familiengottesdienst.
Vor allem für die Kleinen war am Mühlrieder Weihnachtsmarkt auch dieses Jahr wieder viel geboten: Sie konnten weihnachtliche Deko-Spiralen und Adventssterne basteln, beim Krabbelsack Geschenke aus einem großen Sack ziehen und einen Esel sowie eine Ziege streicheln. Auch das fünf Meter hohe Karussell in Form einer Weihnachtspyramide erfreute sich großer Beliebtheit.
Die beeindruckenden Werke von Eiskünstler Christian Staber brachten nicht nur die Kinder zum Staunen. Auch die Erwachsenen zeigten sich ganz fasziniert von den Skulpturen, die der Künstler aus Eisblöcken zaubert, und löcherten ihn mit Fragen, die Staber natürlich bereitwillig beantwortete.
Neben Ständen, an denen von verschiedenen Frauen selbst gebastelte, genähte und gestrickte Waren angeboten wurden, gab es auch einen Stand, an dem selbst gebackene Plätzchen und Lebkuchen warteten. Die Frauen arbeiteten entweder alleine oder schlossen sich zu Gruppen zusammen, in denen sie gemeinsam bastelten und backten. Natürlich dürfen bei einem Weihnachtsmarkt auch Glühwein, Bratwürste, Rahmfleckerl und frische Waffeln nicht fehlen.
So hatten die zahlreichen Besucher des Marktes – darunter viele Familien – jede Menge spannende und leckere Attraktionen zur Auswahl. Es wurde sicher nicht langweilig.
Wie jedes Jahr wird auch heuer der Erlös des Marktes vollständig gespendet, wobei vor allem Projekte in Afrika, Südamerika, Indien und Korea unterstützt werden. Der Schwerpunkt der Zuwendungen liegt in der Kinderhilfe, aber auch Soforthilfe wird von dem Geld geleistet.


14.02.2012

Eine Fetzengaudi

Mühlried (SZ) Das Programm kunterbunt, die Akteure vor und hinter den Kulissen richtig gut drauf. „Heilig Geist, wie es singt und lacht“, der Tischfasching der Mühlrieder Pfarrgemeinde, bot vor allem eines: eine Fetzengaudi.

Deutschland kann die Suche nach Superstar respektive Supertalent getrost einstellen. Mühlried hat beide längst gefunden: Tobias Rechenauer und Veronika Sailer. Seine Songs schmettert Tobi voller Inbrunst, ohne auch nur den geringsten Ton zu „versemmeln“, wie es Dieter Bohlen ausdrücken würde. Und Veronika Sailer – a star is born! Als Raumkosmetikerin Hinterhuaber Gertraud biegt sie die Lachmuskeln der Gäste bis an die Schmerzgrenze. Dass sie das zum ersten Mal macht, ihr komödiantisches Talent bis dato also noch völlig unentdeckt blieb, mag man nicht für möglich halten.
„In Mühlried hupfa so vui Mesnerinnen rum, dass ma moant, es hätt mafiaähnliche Strukturen“ – trocken serviert sie einen Lacher nach dem anderen. Und schlagfertig ist sie. Als beim KJG-Generationenspiel die Kirchenpflegerin das abgebildete winzige Detail nicht auf Anhieb einer Mühlrieder Bank zuordnen kann, meint Sailer: „Liabe Kirchenverwaltung, s’Geld in der Hand ham, aber net wissen, ob des d’Raiffeisen- oder d’Volksbank is“.
Übrigens, das Generationenspiel geht eindeutig an die Jugend, vertreten durch Anna Hellmich. Beim Erkennen markanter Mühlrieder Punkte ist sie nicht zu toppen. Die Jugend, die Mühlrieder Minis vor allem, entzückt obendrein mit ihren Sketchen. Da wird dem Ehemann eine Dose Hundefutter aufgetischt („Männer würden Chappi kaufen“) oder „Dinner for one“ auf bayerisch serviert – mit Weizen, Schweinshaxe und Apfelkücherl.
Eine Berufsgruppe wird an diesem Abend ganz besonders durch den Kakao gezogen: der Klerus. So klärt Hermann Koppold auf, warum Priester nicht ins Hallenbad dürfen: „Eine falsche Bewegung und alles ist Weihwasser.“ Die Diskussionsrunde um Moderatorin Maybrit Maischberger-Lanz, alias Gabriele Siegert, debattiert ähnliche Themen: „Is des wahr, dass sich die Mesnerinnen um die Diensteinteilung streiten, weil jede Pater Robert ausziehen will“
Nicht mal die Gruppe Spirit verschont den Pater. Gut aufgelegt erweitern sie Willy Astors „Gwand anham Ära“ um den drohenden Pater-Kater bei übermäßigem Alkoholgenuss und eindringlich wird davor gewarnt, sollte die Kollekte mal wieder zu niedrig ausfallen, Pater Robert als „Roberto blanco“ dastehen zu lassen. Der hat, wie so oft, auch an diesem Abend seine Kamera stets im Anschlag, um seine Schäfchen zu filmen. Nur für einen kleinen Trip auf die Bühne gibt er sie kurz aus der Hand. Mutig legt er sich auf den Boden, um das von Gemeindereferentin Rita Sieber geführte Kamel Sultanine über sich hinwegsteigen zu lassen. Köstlich, denn die Szene wird von bezaubernden orientalischen Tänzerinnen umringt.
Ein Highlight reiht sich an diesem Abend ans andere. Den Saal restlos zum Kochen bringt das Männerballett. Saukomisch, als sie sich mit fest verankerten Beinen wie Gummipuppen in alle Himmelsrichtungen verbiegen. Zum Niederknien, wenn sie sich im heißen Ballettoutfit an graziösesten Tanzbewegungen versuchen.
KJG, das Orga-Team, Sänger und DJ Rainer Brech, Robert Hellmich, das komplette Pfarrhofteam – die Liste derer, die ihr Scherflein zu diesem unvergesslichen Abend beitrugen, ist lang. Völlig zu Recht liefern sich die Gemeindemitglieder ihre Lobeshymne gleich selber: „Wir kommen alle, alle in den Himmel, weil wir so brav sind“. Der liebe Gott sieht’s sicher ähnlich.
 
Von Ute de Pascale

29.11.2011
Weihnachtsmarkt hilft weltweit
Mühlried (SZ) Ihren 39. Weihnachtsmarkt stellten die Mühlrieder Gemeindemitglieder am Sonntag auf die Beine. Wie jedes Jahr ganz im klassischen Sinne, kitschfrei, mit viel selbst Gemachtem.
Auch der soziale Aspekt unterscheidet den Mühlrieder von vielen anderen Weihnachtsmärkten. Der komplette Erlös kommt nämlich humanitären Projekten auf der ganzen Welt zugute. Das kommt offensichtlich an: Unzählige Besucher nutzten ab dem Vormittag die Gelegenheit zum besinnlichen Einstimmen auf die Weihnachtszeit.
Wunderschöne Kranzgebinde, hausgebrannter Bratapfellikör, selbst gebackene Plätzchen – viele fleißige Mühlrieder trugen mit ihrem Engagement zum Gelingen des Marktes bei. Speziell für Kinder hat man sich eine Menge ausgedacht, Lebzeltendrehen, Krabbelsack oder die Kinder-Kreativ-Werkstatt etwa, in der die Kleinen Holzlaternen basteln durften. Und natürlich – alle Jahre wieder heiß geliebt: der geduldige Esel im Streichelzoo.
Eines der Highlights für die Kleinen: der Besuch des Nikolaus, der bei einer kleinen Andacht in der Kirche die Kinder mit frischen Nikolausäpfeln beschenkte. Kaffee und Kuchen sowie einen Büchermarkt gab es im Pfarrzentrum unter der Kirche.
„Unmengen von Leuten aus unserer Pfarrei helfen mit, und niemand bereichert sich dabei“, lobt eine der Organisatorinnen, Birgit Taglieber-Mair den Einsatz der Mühlrieder. „Die Einnahmen – voriges Jahr waren es etwa 12 000 Euro – werden komplett an Dritte- Welt-Länder gespendet, für Schulprojekte, Krankenhäuser, Wasseraufbereitungsanlagen und Ähnliches“, erklärt Christa Himmel vom Mühlrieder Frauenkreis, „wohin genau das Geld fließt, das entscheidet der Missionsausschuss.“ Es seien immer Projekte, zu denen es in irgendeiner Form persönlich Bezug gebe, wie beispielsweise North Horr in Kenia. Birgit Taglieber-Mair fügt hinzu: „Alljährlich erhalten wir Rückmeldungen, in denen sich die Leute für die Hilfe bedanken“. Das spornt an, dem Motto „der Mühlrieder Weihnachtsmarkt hilft weltweit“ auch in Zukunft treu zu bleiben.
Von Ute De Pascale


11.10.2011
Kraftspendendes Gemeinschaftserlebnis

Gesteckt voll war die Heilig-Geist-Kirche am Sonntag. 450 Sänger aus über 30 Chören der Region trafen sich zum Kirchenmusiktag. Nachmittags wurde geprobt, am Abend bei einem feierlichen Gottesdienst die von Pater Norbert Becker komponierte Messe „Ins Neuland“ aufgeführt.

Nachmittags wurde in der Heilig Geist-Kirche in Mühlried geprobt, am Abend wurde die von Pater Norbert Becker komponierte Messe „Ins Neuland“ bei einem feierlichen Gottesdienst von 450 Sängern aus der Region aufgebührt - Fotos: De Pascale
Natürlich darf und muss es die ruhigen Gottesdienste im klassischen Sinne geben. Selbstverständlich haben die alten Lieder aus dem Gotteslob ihren eigenen Charme, begleiten sie Gläubige doch ein Leben lang. Aber es geht auch anders: moderner, offener, pfiffiger. Pater Norbert M. Becker entwickelte zusammen mit Werner Zuber, Dekanatskirchenmusiker für Neuburg und Schrobenhausen, die Idee, verschiedene Chöre zu einem großen Ganzen zusammenzuführen. Ob das klappen würde, war bis zuletzt nicht sicher. „Es ist für uns alle ein Experiment“, erklärte der Komponist.
Christina Hellmich von der Mühlrieder Chorgruppe friends begrüßte die Teilnehmer bei der einzigen Gesamtprobe am Nachmittag humorig: „Es ist schon genial, so einen Haufen Sänger da zu haben.“ Bereits beim ersten Lied wird klar: Die Chöre haben ihre Hausaufgaben gemacht, Experiment geglückt! Seit Monaten studierten sie – jeder Chor für sich – die verschiedenen Lieder ein.
Ein bisschen frech
Erst jetzt lernt sich ein Großteil der Sänger kennen. Wie nicht anders zu erwarten, sind die Herren der Schöpfung deutlich in der Minderheit.
Von Pater Norbert, der die Proben leitet, gibt es immer wieder dickes Lob für die Sänger. Am Ausdruck feilt er dennoch ein wenig: „Versucht mal, beim Singen von innen heraus zu lächeln“, „bisschen frech singen, nicht so brav“, und schließlich: „Singt, als wenn ihr mit eurem Gesang wirklich den lieben Gott vom Himmel herunterholen wolltet“. Worte, die verstanden werden. Richtig Pep fordert er beim Halleluja: „Das muss swingen!“
Vom Ergebnis begeistert ist Organist Werner Zuber: „Mit einer solchen Resonanz haben wir nicht gerechnet. Das Schöne ist: Klassische Chöre, Jugend- und Kirchenchöre sind dabei.“ Lob auch für die Organisatoren, die die Logistik geschaffen haben. Zudem sorgen das Vater-Aktiv-Team (in ihren quietschgelben Pullis nicht zu übersehen), KJG sowie der Kirchenchor Mühlried den ganzen Tag über im Pfarrzentrum für das leibliche Wohl der Gäste.
Das Miteinander steht an diesem Tag im Vordergrund, auch beim abendlichen Gottesdienst, zelebriert von Regionaldekan Werner Dippel aus Burgheim, Pater Norbert M. Becker sowie Pater Robert Skrzypek aus Mühlried.
Einige der Chöre treten einheitlich gekleidet auf. Die Gläubigen – teils auf mitgebrachten Klappstühlen oder auf dem Boden sitzend, viele stehend – folgen dem Motto, sich nicht etwas vorsingen zu lassen, sondern als singende Gemeinde Gottesdienst zu feiern. Eingängige Melodien und eine schmissige Band unter der Leitung von Nikolaus Raith laden zum Mitwippen ein.
Standing Ovations
Als sich zum Abschluss Regionaldekan Dippel bei Pater Norbert bedankt, erheben sich Sänger wie Gottesdienstbesucher. Es gibt Standing Ovations – in der Kirche. Nach dem Gottesdienst leert sich diese langsamer als sonst. Es scheint, als wollten viele die kraftspendende Atmosphäre, die diesen Tag dominierte, auskosten, solange es geht.


05.07.2011
Blumen und Baumstämme

Mühlried (SZ) „Unsere Gemeinde – wie ein bunter Blumenstrauß“ – so lautete das diesjährige Motto für das Sommerfest der Pfarrei Heilig Geist in Mühlried.
Ein Motto, das bereits „dem morgendlichen, sehr gut besuchten Gottesdienst“ zugrunde lag, wie Sigrid Distl, Mitglied des Pfarrgemeinderates, betonte. Die Mitorganisatorin erklärte, dass jedes Gemeindemitglied aufgerufen war, eine Blume in den Gottesdienst mitzubringen, die dann vor dem Altar gesammelt wurden und ein prächtiges, buntes Bild abgaben.
Die Blumen, die während des Gottesdienstes den Raum vor dem Altar schmückten, standen beim Pfarrfest auf den Biertischen, an denen es sich viele Besucher gemütlich gemacht hatten. Unter einem riesigen Ballonseidenzelt saß es sich ebenso gemütlich wie unter freiem Himmel oder im Pfarrsaal. Während die Erwachsenen die Gelegenheit nutzten, beieinander zu sitzen, flitzten die Kinder und Jugendlichen zwischen den vielfältigen Spiel- und Aktionsangeboten aufgeregt hin und her.
Da hatte so manches Kind die Qual der Wahl: Sollte man zuerst ein Speckstein-Amulett anfertigen, mit Bügelperlen kreativ werden, sich schminken lassen oder vielleicht doch lieber zunächst auf Edelstein-Suche gehen? Die Aktion erwies sich als besonderer Anziehungspunkt. Großzügig wurden in der Sandkiste des Heilig-Geist-Kindergartens unzählige kleine Edelsteine in sämtlichen Farben und Formen verteilt. Und dann hieß es suchen. Mit Sieb. Oder mit den Händen. Egal. Hauptsache gründlich. „Da werden sich die Kinder im Kindergarten in nächster Zeit freuen – die finden bestimmt noch lange welche“, lacht eine Mutter, die ihr kleine Tochter dabei beobachtet, wie die konzentriert den Sand durchsiebt und ihre Jackentaschen immer weiter füllt.
Für die Jugendlichen boten die Bavarian Highland Games, bei denen nicht nur Maßkrüge gestemmt, sondern auch volle Wasserbecher durch einen verzwickten Hindernisparcours getragen oder andere Schwierigkeiten gemeistert werden mussten, jede Menge Unterhaltung. Dabei mussten die Jugendlichen sich einige deftige Kommentare anhören: „Der läuft ja wie eine schwangere Ente“, „Da ist ja die Oma schneller“.
Nach so viel Programm hieß es erst einmal, sich zu stärken. Auch dafür bot das Mühlrieder Pfarrfest eine reichhaltige Auswahl. Ob deftig, ob Grillgut oder Kuchen, ob Bowle, ein frisch gezapftes Bier vom Fass oder Cappuccino – „Hier ist wirklich für jeden Geschmack etwas zu finden“, freut sich Helga Hartmann, Mitglied des achtköpfigen Pfarrfest-Organisationsteams. Sie ist mit dem reibungslosen Ablauf und ihren 150 Helfern mehr als zufrieden.
Am Ende des ereignisreichen Tages wartet ein besonderer Höhepunkt auf die Gäste des Pfarrfestes: Schon während des gesamten Tages hatten die Besucher die Möglichkeit, in einem improvisierten Wettbüro einen Tipp abzugeben. Zu schätzen galt es, wie viele Meter insgesamt ein Baumabschnitt von sieben Mitgliedern der Kirchenverwaltung geworfen werden könnte. Die Tipps im Vorfeld reichten von 50 bis 120 Meter und die Wahrheit lag schließlich – wie so oft – in der Mitte. Rund 78 Meter schaffte das Team der Kirchenverwaltung insgesamt. Pater Robert Skrzypek landete mit 7,24 Metern den weitesten Wurf.
Von Sylke Baumann-Zielke

Schöne Stunden für Groß und Klein

Mühlried (SZ) Viel geboten war auf dem Weihnachtsmarkt der Pfarrei Heilig Geist in Mühlried, der am Sonntag bereits zum 38. Mal seine Pforten öffnete.
Seit 1973 findet der Weihnachtsmarkt mittlerweile statt, der ausschließlich von ehrenamtlichen Helfern der Gemeinde organisiert und durchgeführt wird. Ein kleines, unauffälliges Schild am Rande des Marktes weist die Besucher darauf hin, dass in dieser Zeit alljährlich mehr als 200 freiwillige Helfer den Weihnachtsmarkt ermöglichten und dass insgesamt über 425 000 Euro für missionarische Spenden auf dem kleinen, aber feinen Markt eingenommen werden konnten.
Besonders viel Augenmerk legen die Organisatoren des Mühlrieder Weihnachtsmarktes seit jeher darauf, "gerade den kleinen Besuchern ein paar schöne Stunden zu bereiten", wie Konrad Prinke vom Pfarrgemeinderat betont. Dabei stellt das speziell für diese Veranstaltung in Eigenregie gebaute Karussell in Form einer riesigen Weihnachtspyramide nur ein Höhepunkt für die jüngeren Besucher dar. Nach dem Ritt auf dem Holzschaf des Karussells geht es weiter zum Krabbelsack, der von einigen Frauen aus der Gemeinde mit unzähligen kleinen Päckchen bestückt wurde, die nun darauf warten, von den kleinen Gästen des Weihnachtsmarktes herausgeangelt zu werden.
Gleich anschließend kann man beim Lebzelten sein Glück versuchen oder aber mit Hammer, Säge, Kleber und Schere aktiv werden und zunächst einen Wäscheklammerengel basteln oder sich gleich an die Herstellung eines Meisenknödelhäuschens aus Holz heranwagen.
Während die jüngeren Besucher also eifrig von einer Station zur nächsten flitzen, um ihr Glück zu versuchen oder ihr handwerkliches Talent zu beweisen, schlendern die Großen gemütlich zwischen den liebevoll geschmückten Buden umher und bewundern das reichhaltige Sortiment der angebotenen Waren. Handgestrickte Socken, von Hobbyschreinern gefertigte Tannenbäume, selbst gebackene Plätzchen, Adventskränze aus eigener Produktion oder hausgemachte Marmelade – all dies und noch viel mehr wartet nur darauf, entdeckt zu werden. Dabei stellt sich der Stand mit den kulinarischen Spezialitäten als ein besonderer Anziehungspunkt heraus.
Bereits am frühen Nachmittag können die Frauen nur noch auf ein sehr eingeschränktes Warenangebot verweisen. Ihre hausgemachten Plätzchen, Marmeladen und Lebkuchen finden schnell zahlreiche Liebhaber, genau wie die Grünkraft, eine Suppenwürze hergestellt "nach Hildegard. Da ist alles drin, was gut ist – nur eben kein Porree, denn mit Lauch, da ist es eben nicht nach Hildegard", erklärt die nette Dame vom Stand fachkundig, während sie eines der letzten Gläser Grünkraft herüberreicht.
Nur ein paar Meter weiter hat das Orgelteam der Heilig Geist Kirche seinen Stand aufgebaut und präsentiert ebenfalls sehr köstliche, wenn auch vielleicht nicht ganz so gesunde Spezialitäten. Ein eigens für dieses Team kreierter Kartoffelschnaps – hier dargeboten unter dem klangvollen Namen "Orgeltropfen" – sucht seinen Käufer und damit Unterstützer für die Orgelsanierung.
Zum Abschluss des Weihnachtsmarktbesuches bietet es sich an, noch eine kurze Pause einzulegen. Schwatzend stehen die Besucher beieinander, gelöste Stimmung. Eine Stimmung, die nun am Nachmittag auch die zahlreichen Helfer erfasst. Wieder einmal ist alles gut gegangen. Trotzdem werden sie sich schon bald treffen, um Nachlese zu betreiben. Und um ihre Verbesserungsvorschläge festzuhalten für den 39. Weihnachtsmarkt 2011, wenn es wieder heißt: "Weihnachtsmarkt Mühlried hilft weltweit".

Von Sylke Baumann-Zielke


Auf Erlebnistour am Tegernsee unterwegs
08.10.2010

Mühlried (oh) Der traditionelle Ausflug der Pfarrei Hl. Geist Mühlried führte heuer an der Tegernsee. Morgens um 6.30 Uhr machte sich eine große Teilnehmergruppe auf den Weg. Nach einer knapp zweistündigen Busfahrt war das Ziel erreicht und es hatten sich verschiedene Ausflugsgruppen für den Tag gebildet.

Die unverwüstlichen Wanderer trotzten dem Regen und erklommen den Walberg. Auf dem Gipfel in 1722 Metern lag bereits Schnee.
Aufgrund des schlechten Wetters entschieden sich die meisten Teilnehmer für das Alternativprogramm. Dieses bestand aus Baden im Erlebnisbad, dem Besuch einer Indoor-Sporthalle und der Besichtigung einer Käserei.
Am Abend fand dann ein abschließender gemeinsamer Gottesdienst mit Pater Robert statt. Anschließend wurde gemeinsam in einem nahe liegenden Gasthaus zu Abend gegessen, und bei Schweinebraten oder fangfrischem Fisch konnte man den Tag gemütlich ausklingen lassen.
Pünktlich um 21.30 Uhr traf die Gruppe wieder in Mühlried ein. Mit im Gepäck waren viele neue Eindrücke und das ein oder andere (Käse-)Souvenir aus der Tegernseer Gegend. Auch das schlechte Wetter konnte den Teilnehmern die gute Laune nicht verderben. So blickte das Organisationsteam auch dieses Jahr in zahlreiche zufriedene Gesichter der Teilnehmer.


Ein besonderer Draht zum lieben Gott
2 Juni 2010

Mühlried (hra) Traumhaftes Wetter, ein farbenfroher Festplatz, kulinarische Leckerbissen und ein beeindruckendes Kinderprogramm – da war ein entspannter und erlebnisreicher Tag vorprogrammiert. Die Heilig- Geist-Gemeinde genoss ein gelungenes Pfarrfest, das sogar in die Verlängerung ging.


"Wir Mühlrieder haben wohl schon einen besonderen Draht zum lieben Gott", strahlte Pater Robert, als er seine Mühlrieder und alle Gäste zum Festgottesdienst willkommen hieß. Traditionell stand ein Gottesdienst am Anfang des Pfarrfestes. Musikalisch umrahmt wurde die Messe von der Großen Rhythmusgruppe.
"Miteinander Aufbruch wagen" hatte der Arbeitskreis Ehe und Familie als Leitthema für den Gottesdienst gewählt. Durchaus deutlich und sehr kritisch brachten die Mitglieder des Arbeitskreises zum Ausdruck, was die Gläubigen gerade bewegt, wenn sie an die Entwicklungen in den letzten Wochen und Monaten denken. So hieß es dann in einem Gebet: "Vieles macht betroffen und traurig. Stärke uns und ermutige uns."
Neue Wege gehen
Sigrid Distl, Sprecherin des Arbeitskreises, rief im Rahmen der Katechese den Mühlriedern zu: "Mit- und Füreinander wollen wir es anpacken. Trauen wir uns zu, neue Wege zu gehen! Seien wir mutig und brechen wir auf! Lassen wir Veränderungen zu!"
Anschließend war Bewegung angesagt und alle Gläubigen sangen, tanzten und klatschten ein "Brich auf, bewege dich". Das Bier beim anschließenden Frühschoppen musste sich in diesem Jahr jeder verdienen. An den voll besetzten Tischen ließen sich viele Mühlrieder in der Mittagszeit verwöhnen. Lange Schlangen bildeten sich vor den Essensbuden. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hatten alle Hände voll zu tun.
Danach war bei Helga Hartmann, Leiterin des Orga-Teams, ein erstes Durchschnaufen angesagt. Im Vorfeld hatte sie souverän und professionell das große Team der Verantwortlichen angeleitet und auf das Großprojekt Pfarrfest eingestimmt. Der Nachmittag stand ganz im Zeichen des Zusammenkommens und des Austausches bei Kaffee und Kuchen.
Der Garten des Kindergartens und der angrenzende Spielplatz wurden zur Spiel und Kreativzone für die Kinder umfunktioniert. An sieben Stationen konnten sie ihrer Fantasie freien Lauf lassen. So bastelten die Kinder und Jugendlichen moderne Mobiles aus glänzenden CD-Rohlingen. Je nach Geschmack erhielten die CDs mit verschiedenem Zubehör eine ganz eigene Note. Für die Kleinen hatte Elfi Götzenberger Material für zarte Schmetterlinge für das eigene Zimmer parat. Schlüsselanhänger aus Schmelzgranulat waren wohl die Highlights, konnten sie doch zu Fahnen oder Trikots unserer Fußballnationalmannschaft gebrannt werden.
Gerlinde Bichler hatte mit ihrem Team alle Hände voll zu tun, um jedem Kind einen Anhänger zu ermöglichen. Eine weitere Station war der Sandkasten des Kindergartens. Hier konnten sich die Kinder als Edelsteinschürfer betätigen. Manch ausgebeulte Hosentasche zeugte von einem reichen Fund. Ein ebenfalls im Garten untergebrachter, riesiger Berg aus 3500 Holzbauklötzen erwies sich als wahrer Eyecatcher. Ausgestattet mit Helmen bauten die Kinder wahre Kunstwerke an Türmen und Schlössern.
Zwei sportliche und durchaus anspruchsvolle Aktionen für Mutige rundeten das Kinder- und Jugendprogramm ab: zum einen das Bandenfußballturnier, bei dem sich mehr als 30 Buben beteiligten, und die Kletterwand, bei der sich angeseilt und gesichert durch engagierte Väter, die Kinder bis unters Kirchendach zu klettern trauten.
Tolle Stimmung
So manch kleiner und großer Pfarrfestbesucher wird die tolle Stimmung so schnell nicht vergessen. Kurzerhand ging das Fest noch in die Verlängerung, so dass auch nach dem Spiel noch genügend Zeit zur Brotzeit war. Regelrecht den "Stecker ziehen" mussten einige Verantwortliche, um vor der Dunkelheit noch alles aufzuräumen.

Von Rainer Hora

So etwas wie die Bibel der Armen
30 März 2010

Mühlried (SZ) Die Mühlrieder Heilig-Geist-Gemeinde widmet Hungertüchern in diesen Tagen eine eigene Ausstellung. wurde am Samstag eröffnet. Sie wurden in den vergangen 30 Jahren für das Hilfswerk Misereor von internationalen Künstlern gestaltet. Die Nachbildungen sind noch bis 16. April zu sehen.
Die Hungertücher gehen auf einen alten Brauch etwa um 1000 vor Christus zurück. "Sie sollten die Heilsgeschichte vermitteln und wurden auch die Bibel der Armen genannt", sagt Hardy Krowiorsch, von der Mission Entwicklung Frieden. Viele Menschen hätten damals nicht lesen können; deswegen erzählte man ihnen die Heilsgeschichte in Bildern, die auf Tücher gemalt waren. Sorgen und Ängste, aber auch die Hoffnungen der Menschen kommen darauf zum Ausdruck.
17 Hungertücher sind in Mühlried ausgestellt, unter dem Leitwort "Gottes Schöpfung bewahren, damit alle leben können". Von Künstlern aus ganz verschiedenen Ländern wurden die Tücher gestaltet – alle zwei Jahre eines. "Sie bieten uns Einsichten in das Leben und den Glauben der Menschen aus anderen Ländern", sagt Hardy Krowiorsch. Untermalt wurde die Ausstellungseröffnung von der ruhigen Musik einer Querflötengruppe.
Das älteste Hungertuch der Ausstellung ist von 1976. Es heißt "Christus im Lebensbaum – Hoffnung für alle" und wurde von Jyoti Sahi aus Indien gestaltet. Es ist vorwiegend in gelb-grün Tönen gehalten und sehr auf die Mythologie bezogen. Absichtlich stehen keine Erklärungen zu den Tüchern daneben, sondern nur Name und Künstler, damit die Besucher sich uneingeschränkt ihre eigenen Gedanken machen können. Wer trotzdem etwas nachlesen will, kann sich am Eingang ein Heftchen mitnehmen, in dem zu allen Tüchern und ihren Künstlern etwas erklärt ist.
Besonders ins Auge sticht das Hungertuch aus Haiti, von 1982. Jacques Chéry hat es in kunterbunten leuchtenden Farben bemalt. Die oberen Szenen zeigen Bilder der Hoffnung, der neuen Schöpfung und der Tischgemeinschaft. Die unteren Szenen stellen Heimatlosigkeit und Friedlosigkeit dar. In der Mitte hängt Christus an einem Kreuzbaum, der seine Wurzeln tief ins Erdreich gräbt und somit auch der dunklen, unteren Hälfte des Hungertuchs Hoffnung schenkt.
"Der Name sagt mir auf jeden Fall was", meint ein Besucher, der vor dem Hungertuch von 1996 steht. Sieger Köder, ein deutscher Künstler, hat das Tuch gestaltet, das den Titel "Hoffnung den Ausgegrenzten", trägt. In der Mitte hängt der leidende, geschundene, blutüberströmte Jesus am Kreuz. Mit seiner Düsterkeit wirkt die Szene des Leidenskörper in die anderen, farbenfrohen Bilder hinein, nimmt ihnen ihre Fröhlichkeit.
Viele Besucher werden auch vom Hungertuch aus China festgehalten. 2007 gestaltete Professor Li Jinyuan sein Werk "Selig seid ihr . . ." in vorwiegend strahlendem Gelb und Orange. In der Mitte steht Christus inmitten eines Kreuzes aus Licht.
Die Ausstellung, die direkt aus Köln nach Mühlried kam, ist noch bis 16. April zu sehen. Die Ausstellung ist Gründonnerstag von 18 bis 22 Uhr, Karfreitag von 10 bis 19 Uhr, Ostersonntag von 10 bis 19 Uhr, Ostermontag von 10 bis 19 Uhr geöffnet. Für interessierte Schulen besteht nach den Osterferien vom 12. bis 16. April die Möglichkeit, die Ausstellung zu besuchen. Sie werden gebeten, sich im Pfarrbüro Mühlried, Telefon (0 82 52) 26 74, anzumelden.
Von Isabel Ammer

Sonntags Zeitung

30./31. Januar 2010/ Nr.4
Progressiv, modern und durch den Glauben verbunden
Die Mühlrieder Pfarrgemeinde Heilig-Geist lebt das Füreinander und Miteinander

SCHROBENHAUSEN
„Viele einzelne Puzzleteile machen das große Ganze unserer Gemeinde aus“, beschreibt Rita Sieber das Leben in der 3000 Katholiken zählenden aktiven Gemeinde Mühlried im Paartal mit ihrer nicht minder engagierten Vikarie im benachbarten Edelshausen. Wirft man einen Blick auf das Struktogramm von Heilig-Geist wird klar, was die Gemeindereferentin sagen möchte. Vor dem Auge des Betrachters tut sich ein Netzwerk auf – fein verästelt rund um das zentrale Kirchenschiff: Hier der von der Kirche getragene Kindergarten, da die Kirchenverwaltung. Daneben der Liturgiekreis mit seinen starken Armen: von den Ministranten, den Kommunionshelfern bis zu den Lektoren und diversen Vorbereitungsteams, die die Gottesdienste mittragen.
Zentraler Dreh- und Angelpunkt und Brücke zwischen Glaube und dem Leben der Menschen in ihrem Alltag bildet der Pfarrgemeinderat, in dem Vertreter all der aktiven Gruppen sitzen. Egal ob Frauenkreis, Ehe und Familie, Hospiz, Taufpastoral oder das Pfarrblatt-Team: für die Sprecher aus den 20 verschiedenen Gruppierungen stellen die gemeinsamen Sitzungen ein Forum des Informationsaustauschs dar, berichtet der Vorsitzende Konrad Prinke. Mag sein, dass diese spezielle Struktur, das Geheimnis für das funktionierende und aktive Leben in und um die Gemeinde ist. Eigenverantwortliches und selbständiges Arbeiten gelten als Leitprinzip.
Jedenfalls war die Arbeit des Mühlrieder Pfarrgemeinderats über viele Jahre ein bestens funktionierendes Modellbeispiel in der ehemaligen Fachakademie für Gemeindepatoral in Neuburg, erinnert sich Pfarrer Robert Skrzypek - der Einfachheit halber von allen „Pater Robert“ genannt. Seit dem Jahr 2001 ist er der fünfte Seelsorger in der jungen Kirchengemeinde, die erst 1973 die Einweihung ihrer Kirche feierte. Eigentlich war der aus Polen stammende Ordenspriester der Breslauer Claretiner nur für ein Jahr als Aushilfe geplant. Doch dann sei Skrzypek, wie er sagt, hängen geblieben. „Es ist sehr schön hier zu arbeiten“, sagt der 42-Jährige und grinst dabei übers ganze Gesicht.

„Miteinander - Füreinander“
Besonders stolz ist die Gemeinde auf ihr Vater-aktiv-Team, das sich vor mittlerweile 15 Jahren, aus einem Kreis engagierter junger Väter gebildet hat, die mit ihren Kindern gemeinsam etwas unternehmen wollten. Über die Jahre hat die Truppe große Events auf die Beine gestellt vom jährlichen Vater-Kind-Zeltlager vor den Sommerferien bis zu Radlausflügen mit der ganzen Familie. Auch vom Weihnachtsmarkt von Heilig-Geist sind die aktiven Väter nicht mehr wegzudenken. Manche nähmen sogar extra einen Tag Urlaub, um beim Aufbau der Budenstadt auf dem Kirchenvorplatz zu helfen. Es waren auch die zupackenden Papas, die erst vor drei Jahren dem adventlichen Großereignis ihr Markenzeichen beschied mit dem Bau eines Holzkarussells für Kinder in Form einer Weihnachtspyramide.
Generationsübergreifend von Mutter-Kind-Gruppe bis zur sogenannten „Rentnerband“, einer tatkräftigen und zupackenden Truppe rüstiger Rentner, die bei den Vorbereitungen der Gemeindeveranstaltungen gar nicht mehr wegzudenken sind. Dem Pulk von 25 fitten, geselligen Senioren wird von der Gemeindereferentin liebevoll das „besondere Flair“ attestiert.
Auch in Sachen Musik hat Heilig-Geist eine ganze Menge zu bieten: Vom klassischen Kirchenchor über Männerschola und Requiemchor bis zu den Jugend- und Junge-Erwachsenen-Chören mit dem Schwerpunkt Neue Geistliche Lieder. „Mit Vollgas und Schlagzeug geht es in der Rhythmusgruppe zur Sache“, komplettiert Rita Sieber begeistert. Beliebt sind die Heilig-Geist-Konzerte mit den eigenen Musikgruppen, bei denen dreimal im Jahr Menschen aus dem Schrobenhausener Land angelockt werden.
Doch nicht nur die großen Dinge zählen, auch die alte Frau, die den Gottesdienst besucht, wird gewürdigt. „Jeder ist wichtig, jeder hat seinen Platz!“, so das Credo der Gemeindereferentin. In Mühlried wird spürbar, dass Glauben und Leben sich verbinden, ganz nach dem gelebten Motto der Gemeinde „Miteinander – Füreinander“.

Gesellschaftlicher Wandel

„Wir sind nicht die Insel der Glückseligen!“, räumt Gemeindereferentin Rita Sieber nachdenklich ein. In Mühlried kämpfe man genauso wie viele Gemeinden in unserer Zeit. Auch wenn der Wille sich in der Gemeinde zu engagieren ungebrochen sei, die meisten müssten sich die Zeit förmlich aus den Rippen schneiden. Immer mehr Frauen sind berufstätig. Die Menschen seien durch Arbeit und Freizeitaktivitäten zunehmend eingespannter und verplanter, so Siebers Eindruck. Warum das Gemeindeleben in Mühlried trotzdem ein so lebendiges und aktives ist, fragt man sich ob dieser gesellschaftskritischer Worte. Mühlried schafft es wohl, die Aufgaben auf viele Schultern zu verteilen, so dass es jedem möglich bleibt, seinen Beitrag zu leisten, damit die Kirche ein Treffpunkt für die Menschen ist und auch bleibt.
Man müsse sich dessen bewusst sein, dass Kirche heute ein Angebot unter vielen ist. Ein Patentrezept kennt auch Sieber nicht. „Es hilft auf jeden Fall nicht alten Zeiten hinterher zu jammern“, sagt die Gemeindereferentin. Sie erlebe, dass viele Menschen an den Knotenpunkten des Lebens, wie Trauung oder Taufe der Kinder sich wieder der Kirche annäherten.

Die Jugendarbeit – eine der tragenden Säulen für die Zukunft der Gemeinde

„Die Kirche braucht Angebote für suchende junge Menschen – heute mehr denn je“, stößt Pater Robert ins gleiche Horn. Genau solche Angebot gibt es in seiner Heilig-Geist-Gemeinde: In der KjG Mühlried finden mehr als 100 junge Katholiken in 13 Gruppen ein breites Freizeitangebot im Zeichen des Kreuzes. Die Jugendarbeit der KjG hat einen guten Stand. Nachwuchssorgen? „Gibt es keine“, so die Gemeindereferentin Rita Sieber. Die jungen Gemeindemitglieder setzen sich voller Tatendrang ein – auch im Pfarrgemeinderat. Gerade die Gruppenleiter übernehmen Verantwortung, planen ihre Events selbständig, motivieren, führen und lernen fürs Leben. Angefangen von der wöchentlichen Gruppenstunde über die KjG Badefahrt bis zum Kinderfasching. Bei allen Unternehmungen und Aktionen gilt: „Die christliche Wertevermittlung hat einen hohen Stellenwert“, erklärt Veronika Sailer vom KjG-Leitungsteam. Toleranz, Akzeptanz von Individualität und gegenseitige Hilfsbereitschaft seien zentrale Punkt, die einfach gelebt würden. Die Erfahrung der jungen Frau: „Isoliert wirken religiöse Themen bei den Kids zu abstrakt.“ Es gebe sogar eine Aktion, bei der der Glaube, das Beten und das Kreuz in der Jugendarbeit regelrecht zelebriert würden. Nämlich das KjG Zeltlager: der Höhepunkt im KjG-Jahr zum Start der Sommerferien, auf den alle sehnsüchtig hin fiebern.

Tanja C. Staimer




Donaukurier

Mühlrieder nicht allein im Wald
3 Februar 2010

Mühlried (sbb) Gerne zu Gast waren die Faschingsliebhaber im Pfarrsaal Mühlried, als die Pfarrgemeinde Heilig Geist zu Musik, Tanz und Spaß bat. Zahlreiche Helfer unterstützten das Organisationsteam bei der Dekoration passend zum Motto: "Mühlrieder nicht allein im Wald".
Die aufwendige Dekoration im Saal, DJ Patrick und kurze Sketche sorgten für gute Stimmung sowie eine lange und berauschende Partynacht. Als der Bühnenvorhang für den ersten Sketch der AH-Fußballer aufging, kamen schon die ersten Lacher vom Publikum. Ein riesiges Wikingerboot und viele Wikinger besetzten die Bühne. Halvar vom Dorf Flake forderte zum Rudern auf. Wickie, der dicke Faxe, Grom, Tjure, Snorre und ein modernes, sprechendes Navigationssystem waren mit an Bord. Das führte sie auf hoher See durch Umwege endlich nach Mühlried. Auf der Suche nach dem besten Fußballer des Landes enterten sie Mühlried, eroberten Kirchenoberhaupt Pfarrer Robert Skrzypek und nahmen ihn mit ins Boot. Die Wikinger freuten sich über ihre Eroberung. Pater Robert lachte und rief spontan: "Ihr seid 20 Jahre zu spät gekommen!" Für das lustige Schauspiel erhielten die Laienspieler tobenden Applaus.
Zur Erholung der Lachmuskeln sorgte DJ Patrick für gute musikalische Stimmung bei den leidenschaftlichen Tänzern. Musikwünsche wurden erfüllt, lange Polonaiseschlangen führten durch den Saal und gute Faschingsstimmung kam auf.
Neuigkeiten aus der Pfarrei erzählten sich Cilli (dargestellt von Kirchenpflegerin Gabriele Siegert) und Agnes (Gemeindereferentin Rita Sieber) in einer Kirchenbank während einer Messe. Eine so genannte Church-Card solle in Mühlried eingeführt werden. Dabei gebe es unterschiedlichste Karten und es könne gepunktet werden, so Cilli. Agnes wurde so neugierig und wollte alles über die neue Church-Card wissen. Dabei störten sie laufend die Messe. Lustig und amüsant standen die zwei Damen auf der Bühne und begeisterten die Zuhörer, die vor lachen Tränen in den Augen hatten.
Das Vater-Aktiv-Team sorgten zur späten Stunde nochmals für beste Unterhaltung, als sie mit ihrer Einlage "Altbayrisch für Einsteiger" auftraten. Hexen, Zwerge, Bäume, Elfen, wilde Tiere, Rotkäppchen und viele andere Maschkara tanzten ausgelassen bis spät in die Nacht hinein oder genossen die Geselligkeit in der Bar. Auch stellte die Katholische Jugendgruppe ihren neuen Song vor und bot eine CD zum Verkauf an. Der Erlös aus dem CD-Verkauf kommt der Jugendarbeit zu Gute.

Von Belinda Schedlbauer

Warm ums Herz und warme Hände
30.11.2009

Mühlried (tsj) Fast so alt wie die Gemeinde Heilig Geist ist auch ihr Weihnachtsmarkt. Seit 37 Jahren übt der adventliche Erlebnismarkt mit seiner Budenstadt seine Anziehungskraft aus. Genauso lange strömen Besucher zu der Veranstaltung nach Mühlried und werden weltweit Missionsprojekte unterstützt.
Die Temperaturen fast frühlingshaft, von Schnee weit und breit keine Spur: "Warm ums Herz und warme Hände", flachst Gemeindepfarrer Pater Robert über das milde Wetter. Dennoch liegt beim Weihnachtsmarkt der Pfarrei Heilig Geist ein Hauch von Weihnachten in der Luft. Umringt von den liebevoll dekorierten Verkaufsständen thront inmitten das stets von Kindern bevölkerte Weihnachtspyramiden-Karussell.
"Hier finde ich jedes Jahr viele tolle, kreative Dinge", begeistert sich Monika Hlawatsch, eine treue Weihnachtsmarktbesucherin, über das Angebot in Mühlried. Vom Adventskranz und -gesteck bis zum Weihnachtsschmuck, von Kunstgewerbe über Holzspielzeug bis zu selbst Gestricktem gibt es alles, was gefällt und Freude bereitet. Einen regelrechten Run erlebt der Feinkoststand. Die selbst gebackenen Plätzchen und Stollen sind schnell unters Volk gebracht. Berühmt für sein weihnachtliches Geschmackserlebnis ist das Kletzenbrot von Sophie Neugschwendner, die sich für die Anfertigung im großen Stil extra eine Industrie-Mixmaschine angeschafft habe, wie die betagte Dame schmunzelnd erzählt. Eine süße Versuchung ist auch das Heilig-Geist-Wölkchen – heißer Holler-Likör mit Sahnehäubchen.
Hier üben Glühwein und Punsch ihren Reiz aus und locken zum Genuss. Da verströmten die frisch aus dem Freiluft-Backofen kommenden Rahmfleckerl der KJG ihren unwiderstehlichen Geruch. Des Esels fröhliches Iah dringt aus dem Streichelzoo ans Ohr.
Spaß und Spannung gibt es beim Lebzelten-Drehen: Im rasanten Viererduell treten die Kontrahenten an der Drehscheibe an. Dem Sieger winkt ein weihnachtliches Lebkuchenherz. Großer Beliebtheit bei den kleinen Besuchern erfreut sich die Kinder-Kreativ-Werkstatt. Mit Hammer, Nagel und Akkuschrauber geht es zur Sache, denn eine ganze Kinderschar ist darauf erpicht, ihre eigene Vogelfutterstation zu fabrizieren.
Gemeindereferentin Rita Sieber ist voll des Lobes für die ehrenamtlichen Helfer, die das Großereignis ermöglichen – rund 250 an der Zahl. Es wurde im Vorfeld gebacken, gebastelt und aufgebaut. Ein Engagement, das sich lohne, denn in den zurückliegenden 36 Jahren sei ein Erlös von 410 000 Euro zusammengekommen. Damit würden alljährlich weltweit Missionsprojekte unterstützt, berichtet Sigrid Distl vom Pfarrgemeinderat. An Stellwänden in der Kirche findet sich eine ganze Reihe mit Dankesschreiben und Fotos von Südamerika über Asien und Afrika bis Polen: ein Beleg dafür, dass die Hilfe ankommt – direkt und unbürokratisch.
Schon nach dem sonntäglichen Familiengottesdienst verharrt eine heitere Menschenansammlung auf dem Carré des Kirchenvorplatzes. Die Sonne lacht, was sie kann vom blauen Himmel. Am Abend taucht ein Lichtermeer unterm Sternenhimmel den Markt in romantisches Flair. Um 16 Uhr ist der Platz von Kindern leer gefegt. Sie sind zahlreich mit ihren Eltern in der Kirche zu finden, wo der Nikolaus bei einer gemeinsamen Feier sehnsüchtig erwartet wird. Der Heilige Mann hat für alle ein rotbackiges Äpfelchen dabei – auch für die vielen fleißigen Helfer an den Ständen sowie im Pfarrzentrum beim Büchershop mit religiöser Literatur und im Heilig-Geist-Café.
Von Tanja Staimer
 
"Auf alle Fälle ganz was Individuelles"
04.12.2009

Mühlried (tsj) "Orgeltropfen", so heißt die hochprozentige in Flaschen gefüllte Orgel-Edition der Mühlrieder Pfarrgemeinde Heilig Geist. Der Verkaufserlös des Kartoffelschnaps soll der Pfarrei dabei helfen, die noch ausstehenden Kosten der aufwändigen Orgelrestaurierung zu decken. Drei Probebrände seien nötig gewesen, ehe die wohlig runde Richtung gefunden war, berichtet Maria Haas am Orgel-Stand auf dem Mühlrieder Weihnachtsmarkt. Man könnte fast meinen, die wortgewaltige Dame aus der Kirchenverwaltung und dem Orgelteam der Pfarrei Heilig Geist hätte einen Provisionsvertrag für den Verkauf des so genannten Orgeltropfens – einem edlen Schnaps auf Kartoffelbasis. Haas’ vollmundiges Verkaufsargument ist eindeutig: "Er geht ned in den Kopf, sondern direkt in den Bauch!" "Ein bisschen wie Ramazotti, aber viel besser", meint die Propagandistin in kirchlicher Mission augenzwinkernd. Eigentlich ist Haas vielmehr im Dienste der Orgel werblich tätig. Das Kircheninstrument wurde vor kurzem aufwändig restauriert und generalüberholt. Das habe gekostet und sei noch nicht ganz finanziert, erklärt Gemeindereferentin Rita Sieber. Deshalb habe das Orgelteam eine geistreiche Idee gefunden, einen Beitrag zu leisten: Die Brennerei Kramlich aus Grasheim designte den Trunk, der für ausgezeichnet befunden wurde. Versehen mit einem extra Orgel-Etikett gibt es neben dem Orgeltropfen auch noch zwei Geschwister: den Prosecco und "Laudes", einen halbtrockenen Rotwein. "Auf alle Fälle was ganz Individuelles", meint Maria Haas ehe sie dem neugierigen Passanten auch schon ein Stamperl kredenzt. Egal ob Spirituose oder edler Tropfen: Die Drei sind ganzjährig im Pfarrbüro erhältlich.
Von Tanja Staimer